SÜDSTEIERMARK - 11.9. bis 18.9.2026

Prolog
Wie bereits 2024 stand die Südsteiermark heuer gar nicht auf unserem Reiseplan. Eigentlich wäre die Halbinsel Istrien geplant gewesen, aber sowohl eine Krankheit als auch der Kollaps unserer Terrasse veranlassten uns dazu, Istrien nicht zu besuchen. Jetzt - einige Monate später - ist sowohl die Gesundheit wieder hergestellt und auch die neue Terrasse ist nach wirklich langer und anstrengender Arbeit fertig. Kurz entschlossen buchen wir für eine Woche ein Zimmer in Kitzeck im Sausal - dem Weinort im nördlichen Teil der Südsteiermark. Wir kennen die Gegend schon ganz gut und hoffen, dass es uns auch heuer wieder so gut gefällt wie 2024.


Anreise - 11.9.2026
Die Quartiersuche fiel uns leicht. Wenn man so kurz vor dem Anreisetermin bucht, muss man nehmen was noch verfügbar ist. Da wir am liebsten in der Umgebung von Kitzeck im Sausal sind, war die Entscheidung eine ganz einfache. Beim Restaurant Wohlmuth - Lückl, welches auch Fremdenzimmer hat, gab es noch freie Zimmer und wir haben hier gebucht. Ob wir das Restaurant außer zum Frühstück nutzen werden wissen wir noch nicht, wir werden sehen. Ringsherum im Umkreis von ca. 5 km reiht sich eine Buschenschenke an die andere - also viel Konkurrenz für das Restaurant.
Wir fahren bei frischen 14 Grad gegen 10:00 Uhr los und verwenden für den ersten Teil der Reise die Bundesstraßen. Als wir dann nach Liezen auf die Autobahn gelangen, ärgere ich mich, nicht die ganze Strecke auf der Bundesstraße gefahren zu sein. Ein Stau nach dem anderen, extrem hohes Verkehrsaufkommen und Stress. Ich denke, dass wir bei der Rückfahrt auf die Autobahn verzichten werden. Schlussendlich kommen wir aber wohlbehalten gegen 14:00 in Kitzeck an, beziehen unser schönes Quartier und machen uns auf den Weg zur Buschenschank von Stefanie Sauer. Wir sind die einzigen Gäste und genießen eine großartige, etwas anders interpretierte steirische Jause. Lauter feine Produkte, modern präsentiert und ein Wein zum Verlieben. Ja, so darf es die kommenden Tage weitergehen.

   

Erkundung Kitzeck - 12.9.2026
Nach einer wunderbar ruhigen Nacht wecken mich die ersten Sonnenstrahlen so gegen 6:00 Uhr. Schnell ein Foto gemacht und dann noch ein bisschen an der Matratze gelauscht. Nach einem sehr guten Frühstück machen wir uns so gegen 10:30 Uhr auf den Weg die Metropole Kitzeck nebst näherer Umgebung zu erkunden.
Kitzeck liegt auf 546 m und beherbergt gut 1.100 Gemeindebürger. In Kitzeck dreht sich alles um den Weinanbau. Wohin man schaut dominieren die Weinberge. Wir besuchen zunächst den Ort mit seinem riesigen Klapotetz und der Kirche, wandern dann weiter durch die Weinberge bis wir beim Weingut Mally zum steilsten Weinberg Österreichs gelangen. Wir sind mehr oder weniger allein unterwegs, genießen die herrliche Landschaft und das perfekte Wanderwetter. Bevor wir wieder zum Quartier kommen genießen wir den ersten Sturm der Saison - sicher nicht der Letzte! Wieder im Quartier relaxen wir ein wenig, bevor wir uns zur Buschenschank von Gitta Koschak auf den Weg machen. Wir gehen zu Fuß zum Lokal, es ist nur einen Kilometer entfernt und es geht immer bergab. Das Essen und Trinken ist wie immer in der Südsteiermark großartig. Leider beschert der Sonnenschirm ein sehr rotstichiges Licht und somit schaut das Essen ein bisschen komisch aus.
 
 
 
 
 
 

Kitzecker Weinwanderrunde - 13.9.2026
In der Früh ist der Himmel stark bewölkt und wir befürchten schon einen Regentag. Nach dem Frühstück sieht es schon etwas freundlicher aus und wir machen uns auf den Weg und folgen im Großen und Ganzen dem Wanderweg 8, der Kitzecker Weinwanderrunde. Zunächst geht es wie immer in Kitzeck bergab, teils durch offene Landschaft, teils durch dichten Wald um am Ende wieder steil nach oben zu gehen. Nach einer guten 3/4 Stunde kommen wir zu einer Straße, die wir von unserem 1. Tag her kennen, als wir bei der Stefanie Sauer in der Buschenschank waren. Von nun an geht es nur mehr bergab bis wir etwas nördlich von Perleiten den tiefsten Punkt unserer Wanderung erreichen. Ab jetzt geht es stets bergauf, meist durch den Wald und nach gefühlten 500 Höhenmetern - es waren nur gut 200 - erreichen wir wieder urbanes Gelände. Weiter geht es nach Geisriegel und schlussendlich wieder nac Kitzeck. Grundsätzlich eine nette Tour, allein die langen Anstiege nerven. In Zukunft muss ich mehr darauf achten, dass die Anstiege nicht zu lange sind. Es können schon ein paar hundert Höhenmeter sein - aber eben nicht in einem Stück. Im Quartier probieren wir die Küche des Restaurants. Wie jedes Mal in der Steiermark muss einmal ein Backhendl sein - natürlich mit Käferbohnen Salat.
 

 

Wanderung bei Neurath - Buschenschenke Gutjahr - 14.9.2016
Der Wetterbericht sagt für den Vormittag eher Regen voraus, ab Mittag soll es aber aufklaren und recht sonnig werden. Wir gehen also den Tag entsprechend gemütlich an, lassen uns beim Frühstück viel Zeit und begeben uns danach aufs Zimmer. Gegen Mittag machen wir uns auf den Weg nach Neurath wo unsere Wanderung direkt bei der Buschenschank beginnt - praktisch. Von der Wanderung gibt es nichts Besonderes zu berichten - siehe Bilder. Als wir gegen 14:00 Uhr wieder beim Auto sind hat die Buschenschenke gerade aufgesperrt. Heute darf es einmal die Brettljause und eine Portion Käferbohnensalat sein. Die Jause ist so üppig, dass ich sie kaum schaffe. Aber nach einem zweiten Achtel Muskateller hat sich wieder ein kleines Loch im Magen gebildet und so verhaften wir noch eine Kardinalschnitte. Plötzlich fängt es aus heiterem Himmel an zu regnen, nein zu schütten! Hier ein kleines Video. Wieder zu Hause scheint die Sonne - mal sehen was der morgige Tag bringen wird.
 
 
 
 
 

Wanderung rund um den Buschkogel - 15.9.2016
In den vergangen Jahren sind wir des Öfteren beim Weingut und Buschenschank Schneeberger eingekehrt und das haben wir auch für heute vor. Um uns den nötigen Appetit zu holen wandern wir eine Runde um den Buschkogel, den Hausberg direkt vor den Toren vom Schneeberger. Ok, Berg mag angesichts der 410 m Höhe etwas protzig klingen, aber eine gute Stunde gehen wir bergauf und -ab bis wir wieder am Ausgangspunkt, dem Parkplatz vom Schneeberger, sind. Zwei große Reisebusse stehen ebenfalls am Parkplatz und bis auf die wenigen Tische beim Eingang sind alle Plätze besetzt. Wir nehmen Platz und bestellen Speis und Trank. Kurz darauf wird serviert und wir sind leicht irritiert ob der angebotenen Speisen. Sowohl Qualität als auch Quantität entsprechen in keiner Weise dem, was wir zuletzt vor 2 Jahren konsumiert haben. Ein großer Name muss nicht immer Qualität bedeuten - leider. Zu Hause gehen wir noch auf einen Sprung zum Kitzecker Weinherbst. Hier suchen wir Trost bei einem guten Glas Sturm und schauen den fleißigen Leuten bei der Weinlese zu.
 
 
 

Die Sulm, Schloss Seggau und ein kleiner Italiener - 16.9.2026
Laut Wetterbericht soll es morgen regnen und so machen wir heute noch einmal eine schöne Wanderung durch die Natur vor den Toren von Leibnitz. Zunächst fahren wir zum Schloss Seggau, welches heutzutage ein Hotel ist. Von hier gehen wir durch den Wald hinunter zur Sulm, einem Nebenfluss der Mur. Bevor man aus dem Wald tritt gibt es noch eine Toilette - wie aufmerksam! An der Sulm entlang führt ein schöner Wanderweg über mehrere Kilometer bis zum Sulmsee. Immer wieder bieten sich schöne Ausblicke und die Natur lädt zum Verweilen ein. Nach gut einer Stunde erreichen wir wieder die Anhöhe und gehen, ein kurzes Stück dem Kalvarienberg folgend zum Schloss Seggau. Nur 3 Kilometer entfernt statten wir dem kleinen Italiener Don Camillo einen Besuch ab - nach so viel steirischen Schmankerln darf es auch mal wieder eine Pizza sein. Am späteren Nachmittag besuchen wir noch kurz den Kitzecker Weinherbst (ein Sturm geht imme) - wer weiß, wann wir das nächste Mal so etwas Gutes bekommen. 
 
 
 
 
 
 
 

Es regnet - 17.9.2026
Der vorhergesagte Regen ist da, aber nicht in der Intensität wie prophezeit. Nach dem Frühstück - wir lassen uns wie immer viel Zeit dafür - fahren wir in das nahegelegene Leibnitz zu den Einkaufszentren Weinland und Basta, die nur durch eine Straße getrennt sind. Wir parken in der Tiefgarage vom EKZ Weinland und checken einmal die Geschäfte. Das Angebot ist eher bescheiden und nach rund einer Stunde wechseln wir die Straßenseite und beglücken das EKZ Basta mit unserer Anwesenheit. Und siehe da, Gerti wird in einem der Modeläden fündig und ein Blazer wechselt den Besitzer. Beim DM kaufen wir noch für jeden von uns eine Lesebrille für unterwegs. Mittlerweile ist es Mittag geworden und wir besuchen den uns seit vielen Jahren bekannten Dorfwirt in Gralla. Genau genommen ist es das Gasthaus Baumwirt oder wie sie sich selbst bezeichnet: "A steirisches Wirtshaus". Die Patina unzähliger Jahre dominiert die Gaststube und man fühlt sich um Jahrzehnte zurückversetzt - in eine gute alte Zeit. Eine Zeit, wo das Maggiflascherl noch einen fixen Bestandteil der Tischdekoration darstellte, genauso wie die kleine Plastikrose in der Vase. Der Laden ist gut gefüllt und wir ergattern gerade noch einen Platz. Beim Eingang steht auf dem schwarzen Brett das Menü des Tage: Frittatensuppe, Geschnetzeltes mit Reis und Salat. Dazu 2 große Bier und das alles zusammen für 30 €. Montag und Dienstag ist Ruhetag, aber an den anderen Tagen ist der Laden gerammelt voll. Wenn wir wieder einmal in die Südsteiermark fahren, werden wir dem Dorfwirt  sicher wieder einen Besuch abstatten. Mittlerweile hat es zu regnen aufgehört und wir fahren zurück ins Quartier und machen uns einen gemütlichen Nachmittag. 

Heimreise - 18.9.2026
Das Wetter ist wieder manierlich, wenngleich die Temperaturen doch deutlich gesunken sind. Uns kann es egal sein, geht es doch heute wieder nach Hause. Nach einem letzten, sehr guten Frühstück, machen wir uns auf die Socken und besuchen noch kurz die Stefanie Sauer, um den bestellten Honig und den Wein abzuholen. Wir kommen gut voran, allerdings schickt mich das Navi zu früh von der Autobahn. Eigentlich wollte ich erst in Liezen auf die Bundesstrasse abzweigen, aber das Navi schickte mich schon 30 km früher auf die Landstraße. Alles kein Problem. In Strobl am Wolfgangssee sind wir noch schnell beim Kirchenwirt eingekehrt, bei dem kaum ein Platz zu bekommen war. Die Qualität des Essens ist leider im Vergleich mit der Steiermark deutlich schlechter. Den Besuch hätten wir uns sparen können.

Epilog
Wir waren jetzt wirklich schon oft in der Südsteiermark und immer wieder in einer anderen Region. Es hat uns jedes Mal sehr gut gefallen und wir werden sicher wieder diesen wunderschönen Flecken Österreichs bereisen, das gute Essen genießen, die großartigen Wanderungen machen und uns einfach rundum wohl fühlen.